• Bienenwissen




    bee-inside

    bee-inside ist ein modulares Monitoringsystem für Honigbienen und Wildinsekten, ein Erprobungsträger für technische Entwicklungen und ein interaktives Objekt zur Wissensvermittlung in den Bereichen Umweltbildung, Klimaschutz und Klimafolgen.

    Viel mehr als nur ein Bienenschaukasten,

    an dem man die Entwicklung der Bienen über die Saison verfolgen kann. Zur Förderung der thematischen Auseinandersetzung sowie des Interesses der Besucher geht dieses Objekt weit über die Möglichkeiten eines herkömmlichen Schaukastens hinaus. Es ist auf dem Campus der Hochschule Magdeburg öffentlich zugänglich. Die integrierte Technik wird solar betrieben.

    Honigbienen

    Von Mai bis September bietet die Anlage die Möglichkeit, die Bienen mit allen fünf Sinnen zu erleben und sich somit wie mitten im Volk zu fühlen – eben „bee-inside“. Auf zehn Infotafeln wird grundlegendes Wissen vermittelt. In vier Schaufächern findet man Pollenproben, Präparate von Honigbienen, Wespen, Hornissen und Solitärbienen sowie deren Nester. Man kann die Wärme des Brutnestes fühlen oder die Tiere mit der Hand füttern, was auch zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen beiträgt. Über einen niederschwelligen Zugang mittels einfacher QR-Codes können weiterführende Informationen, Audiobeispiele und Videos von unserem Server abgerufen werden.

    Wildbienen

    Das Insektensterben wird primär mit der Honigbiene assoziiert, obwohl Wildbienen teilweise stärker unter den anthropogenen, menschengemachten Einflüssen leiden. Daher wurden auf unserem Campus verschiedene Projekte für den Schutz von Wildbienen umgesetzt: Rasenflächen werden seltener gemäht, spezielle Flächen für bodenbrütende Wildbienen angelegt und zusätzliche Nistmöglichkeiten für Solitärbienen geschaffen. Am „bee-inside“ werden nicht nur Informationen über die Insekten vermittelt, sondern auch ein nicht invasiver Blick in die üblicherweise verschlossenen Brutröhren der Wildbienen ermöglicht. So sollen die Begeisterung und der Schutzwille für Honigbienen auch auf Wildbienen übertragen werden. Durch die Uni Jena wird bee-inside evaluiert. So können Wissen und Einstellung gegenüber den Insekten im Kontext der Klimakriese und deren Folgen untersucht werden.

    Was sind Wildbienen

    Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff "Bienen" zuerst unsere Honigbiene. Wissenschaftler sprechen dabei von der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera), neben der noch acht weitere Arten der Gattung Apis existieren, die alle zur Familie der Echten Bienen (Apidae) gehören. Alle anderen Arten der Bienen aus der Überfamilie Apoidea bezeichnet man als Wildbienen. Wildbienen leben (bis auf wenige staatenbildende Arten) solitär, das heißt, es gibt nur weibliche und männliche Wildbienen. Arbeiterinnen, wie im Volk von Honigbienen, Hummeln, Wespen oder Hornissen gibt es nicht. Es gibt rund 600 Wildbienenarten in Deutschland, wovon viele Arten nur sehr wenig untersucht und außerdem vom Aussterben betroffen sind. Eingriffe in die Natur, Agrar-Landschaften und der Siedlungsbau lassen viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Aber auch das gibt es: In den letzten Jahren werden auch immer neue Arten entdeckt. Entweder waren diese noch nicht bekannt (z.B. Efeuseidenbiene 1992) oder sie breiten sich in Deutschland aus dem Süden kommend wegen der klimatischen Veränderungen aus. 75% der Wildbienenarten leben im Erdboden. Viele der Wildbienenarten leben Oligoletisch. Das heißt, dass die Weibchen nur Pollen einer Pflanzenart sammeln, z.B. die Erikaseidenbiene nur von der Glocken-, Grau-, Winter- und Sommerheide. Die Efeuseidenbiene lebt nur vom Efeu. Durch die Evolution sind viele Wildbienen auch auf verschiedene Blüten spezialisierter als die Honigbiene. So sind Wildbienenarten besser auf Schmetterlingsblüten eingestellt als die Honigbienen. Wildbienen, wie z.B. die Rainfarn-Maskenbiene, können Pollen hervorschütteln. Honigbienen können das nicht so effektiv wie ihre wilden Schwestern. Die kleinsten Wildbienen (Pförtner-Schmalbiene) haben eine Körperlänge von 10 mm und besiedeln Niströhren ab 2 mm Durchmesser, die größte Art, die Blauschwarze Holzbiene, hat eine Länge von 25 mm und braucht einen Röhrendurchmesser von 8-9 mm.

    Wie erkenne ich Honigbienen

    Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind bei den fliegenden Honigbienen die schlaff runterhängenden Beine. Eine Wildbiene fliegt mit angezogenen Beinen. Äußere Erkennungsmerkmale können leicht zu Verwechselungen führen. Viele Seidenbienenarten sind der Honigbiene sehr ähnlich. Die Europäische Honigbiene gehört zur Familie der Echten Bienen (Apidae), innerhalb derer sie eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen (Apis) ist. Ihr angestammtes Verbreitungsgebiet war Europa, Afrika und Vorderasien. Der erzeugte Honig wird durch den Menschen genutzt (Imkerei). Die Honigbiene zählt zu den drei wichtigsten Nutztieren in der Landwirtschaft. Sie wurde weltweit verbreitet. Wie einige andere Arten ist auch die Westliche Honigbiene ein staatenbildendes Fluginsekt. In Asien kommen acht weitere Arten der Gattung Honigbienen vor. Die Drohnen (männliche Biene ohne Stachel) entstehen durch unbefruchtete Eier (Parthenogenese). Die Königinnen und die Arbeiterinnen entstehen aus befruchteten Eiern. Erst die Fütterung der Honigbienen-Larven entscheidet, ob sie Königin oder Arbeiterin wird. Eine Königinnenzelle hat auch eine ganz andere Form als die Arbeiterinnenzelle. Der Königinnenfuttersaft heißt Gelee royal. Viele seltene Pflanzenarten gäbe es heute nicht mehr ohne die Honigbiene. Auf der Suche nach neuen Pollen- und Nektarquellen bestäubt die Suchbiene gern auch mal seltene Pflanzen.

    Wer lebt im Honigbienenvolk

    Im Honigbienenvolk leben drei Bienenwesen, eine Königin, auch Weisel genannt, Arbeiterinnen und bis 2000 Drohnen. Insgesamt können im Sommer bis zu 60 000 Bienen im Volk leben. Im Winter verringert sich ihre Anzahl auf 15-20 000. Die Königin, die einzige begattete Biene im Volk, legt in der Brutsaison täglich bis zu 2000 Eier. Aus besamten Eiern (Stiften) entstehen Arbeiterinnen oder Königinnen, aus unbesamten Eiern Drohnen. Die Königin steuert durch die Abgabe von Pheromonen das Leben im Volk. Wird das Volk im Sommer sehr stark, bestiftet die Königin die besonders großen Weiselzellen. Sind junge Königinnen vor dem Schlüpfen, geben sie der alten Königin Lautsignale (Quaken). Sie verlässt dann den Bienenstock mit einem Teil des Volkes. Dieses Schwärmen dient der Vermehrung des Volkes. Arbeiterinnen haben im Volk zahlreiche Aufgaben. Sie putzen die Zellen und den Stock, pflegen die Brut, sorgen für Wärme, bauen neue Waben, bewachen das Volk. Erst im Alter von drei Wochen werden sie zur Sammelbiene. Sie bringen Nektar, Pollen, und Propolis in den Stock. Nektar wird zu Honig verarbeitet, Pollen dient den Bienenmaden zur Nahrung. Mit Propolis wird der Bienenstock abgedichtet und gegen Krankheitskeime ausgekleidet. Drohnen sind nur für die Begattung der Jungköniginnen da. Die Begattung geschieht beim „Hochzeitsflug“ in der Luft. Der Drohn bezahlt die erfolgreiche Begattung mit dem Leben.

    Der Schwarm

    Bienen gründen neue Völker, indem ein Schwarm, (ein Teil des bestehenden Volkes), auszieht und sich ein neues Zuhause sucht. Auf welche Weise Bienen das tun, wurde durch Martin Lindauer, einen Schüler von Karl von Frisch, erstmals erforscht. Thomas Dyer Seeley entdeckte später das komplexe demokratische Entscheidungsprinzip bei der Einigung des Schwarms für einen neuen Nistplatz. Die Schwarmzeit ist im Frühsommer, damit genügend Zeit für die Suche nach einem geeigneten Platz und für das Anlegen der Wintervorräte bleibt. Der Bienenschwarm, der sogenannte Vorschwarm, das sind etwa 6000 bis 14.000 Bienen beziehungsweise ein Drittel eines alten Bienenvolks, verlässt mit der alten Königin, die seit einiger Zeit nicht mehr gefüttert wurde, sein Volk. Die Schwarmbienen haben sich zuvor stark mit Honig gesättigt und waren bis dahin sehr inaktiv. Die Muskulatur der auszugswilligen Bienen beginnt zu zittern, ihre Flugbereitschaftstemperatur steigt auf 35 °C. Bis heute ist nicht bekannt, welche Reize bei den aufbruchswilligen Bienen das Signal auslösen, dass sie zusammen plötzlich aufbrechen. Der Schwarm lässt sich nach Auszug in der Nähe als Traube für wenige Stunden nieder. Oft dienen Bäume, Büsche, Hecken und Zäune als Raststätte. Wenige hundert Kundschafterinnen, etwa 3–5 % des Schwarms, erkunden die nähere Umgebung nach einem neuen optimalen Nistplatz. Sie teilen den anderen Bienen in der Schwarmtraube mehrere geeignete Plätze durch Schwänzeltanz mit, den sie auf dem Rücken der wartenden Bienen ausführen. Zunächst weisen die Kundschafterinnen auf verschiedene geeignete Orte in einem Radius von bis zu 5 Kilometern hin. Unter verschiedenen Kriterien bewerten die Suchbienen die neue gefundene eventuelle Heimstatt des neuen Bienenvolkes. Mit Dauer und Intensität des Schwänzeltanzes wird den Bienen im Schwarm die Qualität jedes potenziellen Nistplatzes mitgeteilt. Besonders eifrige Kundschafterinnen (Spurbienen) veranlassen die anderen, ebenfalls ihr Angebot zu überprüfen. Es kommt vielmehr in der zur Verfügung stehenden Zeit von wenigen Tagen, in denen die Bienen keinerlei Nahrung zu sich nehmen, zu einem komplizierten, optimalen Abwägungs- und Entscheidungsprozess. Weist zum Schluss eine große Zahl von Kundschafterinnen auf denselben Ort, wird im Schwarm ein bis heute biochemisch nicht näher analysierter Schwellenwert oder Quorum überschritten. Das Schwellenwertprinzip bei der Nistplatzwahl konnte von Seeley mathematisch simuliert werden. Ist der Schwellenwert erreicht, bricht der Schwarm zusammen mit der Königin auf. In der Schwarmwolke weisen Spurbienen den Weg, indem sie immer wieder im Schwarm nach vorne fliegen und außen am Rand langsam wieder zurück. In der Nähe des Ziels fliegen sie zum Eingang und sterzeln, sie weisen also dem Schwarm durch Duftstoffe den Weg.

    Bienendemokratie

    Mit dem gesamten geschilderten Prozess, einer Kombination aus individueller Intelligenz (Bewertung eines Nistplatzes durch einzelne Kundschafterinnen) und kollektiver Intelligenz oder Schwarmintelligenz (Entscheidung des Schwarms), wird in einem demokratischen Verfahren durch wenige Repräsentanten des Schwarms in kurzer Zeit ein für den ganzen Schwarm bestmöglicher und von allen akzeptierte Konsens für die neue Behausung gefunden und diese bezogen. Bienen bauen ihre Waben aus Wachs, das sie in Form kleiner Schuppen aus den 4 zweipaarigen Wachsdrüsen ihrer Bauchringe ausschwitzen. Hier wird dann die Brut, der Honig und der Pollen gelagert. Der Honig dient als Energiequelle und liefert dem Bienenkörper sozusagen das Heiz- und Betriebsmaterial. Der eiweißreiche Blütenstaub bietet dem wachsenden Bienenkörper die Baustoffe. Der Honig wird von den Bienen entweder aus dem Nektar von Blüten oder aus Honigtau erzeugt. Honigtau kann von Sekreten lebender Pflanzen stammen oder von Sekreten, die von Insekten abgesondert wurden, die auf diesen Pflanzenteilen leben (Beispiel: Tannenhonig). Da in einem Bienenstock die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 C zusammenleben, herrschen dort im Grunde ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient ein von den Bienen in erster Linie aus Baumharz, körpereigenen Proteinen und Pollen selbst hergestellter Kittharz (Propolis) mit seiner Verwendung zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen dazu, Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen, die in den Stock eingeschleppt werden könnten oder vorhanden sind, in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden Oberflächen, beispielsweise auch das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen.

    Verhalten

    Warum sollte man bei der Honigbiene nicht nach Alkohol und Parfüm riechen? Bienenvölker erkennen sich am Duft. Ähnlich ist es, wenn Sie bei Bekannten zu Besuch kommen, wo Sie bereits öfter waren. Das erste, was Sie aufnehmen, ist der Duft aus der Wohnung. In Ihrem Gehirn wird es als bekanntes Merkmal verarbeitet und Sie fühlen sich wohl oder unwohl. Wenn die Honigbienen sich unwohl fühlen, kann es zu einer Abwehrreaktion kommen. Deshalb sollte man immer genügend Abstand zu den Honigbienenvölkern halten und auf Fremdgerüche verzichten. Aus der Evolution heraus, haben sich die Honigbienen vor 3 Millionen Jahren bis heute ihrer Fressfeinde erwehren müssen. So dem Braunbären, dem Baummarder, den Spechten und weiteren Baum- und Höhlenbewohnern. Bereits die Tiergerüche lösten ein Alarmsignal im Bienenvolk aus. Die Honigbienen gingen in Abwehr- und in Angriffshaltung über. Einige dieser Arterhaltungsmaßnahmen sind noch heute erhalten geblieben. So geht der Imker von heute mit einem Smoker (Raucherzeuger) an das Honigbienenvolk. Er setzt leichte Rauchstöße ein, um einen vermeintlichen Waldbrand zu imitieren. Die Honigbienen ziehen sich zurück und nehmen Futter auf. Vor Jahrmillionen gab es häufiger Wald- und Flächenbrände und die Honigbienen haben Futter aufgenommen und zogen mit der Königin in eine neue Behausung. So war das Erbgut gesichert. Heute ziehen die Honigbienen bei Rauchgabe nicht mehr aus, nehmen aber Futter auf. Das Eigentum von Honigbienen ist im Paragraf 960ff des Bürgerlichen Gesetzbuches, geregelt.

    Warum brauchen wir Bienen?

    Honigbienen liefern nicht nur den begehrten Honig, das Wachs, den Pollen, Gelee royal, Pollen und Propolis. Sie sind für die Diversität der Arterhaltung in der Pflanzenwelt unentbehrlich. Im Obstbau und anderen landwirtschaftlichen Kulturen werden durch die Bestäubung die Erträge gesteigert. Der Vorteil der Bienen ist, dass sie bereits im Frühjahr als Volk mit großer Zahl an Individuen an der Befruchtung der Blüten beteiligt sind. Wildbienen stehen nicht so im Focus wie Honigbienen, weil von ihnen weder Honig noch Wachs zu gewinnen ist. Allerdings können viele Mitmenschen Honigbienen, Wespen und andere Bienen nicht unterscheiden und haben stets Angst vor Stichen. Dabei können nicht staatenbildende Insekten kaum stechen, weil sie kein Volk verteidigen müssen. Wildbienen sind für die biologische Vielseitigkeit unserer Umwelt von großem Wert, denn sie bestäuben Blüten, die für Honigbienen oft nicht zu erreichen sind. In Deutschland leben etwa 600 Wildbienenarten als Solitär- oder als staatenbildende Insekten. Wildbienen sind durch die stark bewirtschaftete Kulturlandschaft mit der Vernichtung natürlicher Habitate und den umfangreichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in ihrem Bestand sehr gefährdet. Bei Honigbienen gleichen die Imker durch die Neubildung von Völkern die Verluste bisher immer wieder aus.

    Schutz der Bestäuber

    Entgegen den von Naturschützern mitunter geäußerten Meinungen sind Honigbienen und Wildbienen keine Gegner oder Konkurrenten in der Natur, weil sie sehr unterschiedliche Ansprüche an die Umwelt haben. So jagen Wespen und Hornissen andere Insekten, um Futter für ihre Brut zu beschaffen. Sie nagen auch Pflanzen an, um dem Saft zu gewinnen. Hilf ihnen mit Nistmöglichkeiten. Sandige Hauswände werden neu verputzt und Öffnungen verschlossen. Damit gibt es weniger Möglichkeiten, dort Nistmöglichkeiten zu finden. Totholz wird schnell entsorgt und somit werden Fraßgänge anderer Lebewesen (Holzwurm, Hausbock) vernichtet. Nisthilfen sind als hohle Hölzer zu erhalten. Auch offene Sandflächen bieten Brutflächen. Wenn sie fehlen, brüten viele Wildbienen auch in Buddelkisten auf den Spielplätzen. Versuche, blühende Wiesen zu schützen und zu erhalten. Auch die kleine Wiese (Rasen) am Haus kann blühen, wenn man sie lässt. Verzichtet auf Mähroboter und lasst den Rasen wachsen. Geht mit offenen Augen durch die Natur, helft mit Saatbomben. Das sind einfach Eierpappen mit Saatgut, die zu Kügelchen verformt werden. Diese werden einfach in die Erde gesteckt. Die Eierpappe saugt sich mit Wasser voll und speichert dieses auch für die Saat. Wildbienen brauchen auch Ritzen und Löcher, in denen sie ihre Brut anlegen können. Bei Wespen, Hornissen und Hummeln Überwintern nur die Königinnen, die im Frühjahr ein Nest anlegen und die Brutpflege so lange übernehmen, bis genügend Arbeiterinnen zur Verfügung stehen. Erst im Juli-August kommt dann es zur rasanten Vergrößerung der Völker. Den Honigbienen kann ich helfen, indem ich Schwärme dem Imker melde. Noch besser wäre es, einen Anfängerlehrgang zu besuchen und selbst Imker zu werden.

    Wildbienen erforschen

    Wildbienen werden gern übersehen. Sie sind klein und unscheinbar. Nur mit etwas Geduld kann man die Wildbienen in verschieden Blüten beobachten. Die Brut ist immer so angelegt, dass die jüngsten Eier zuerst schlüpfen. Warum? Die Sonne scheint direkt auf die Einflugöffnungen und erwärmt als erstes die vorderen Eier oder Maden oder adulte Tiere. So schlüpfen die am Flugloch nächsten Wildbienen. Das Besondere ist, dass die ersten beiden Tiere sind immer männlich sind. Nach dem Schlupf der Männchen, warten diese dann auf die schlüpfenden Weibchen. Selten kommt es zur Geschwisterpaarung und damit zu Inzucht. Die Brutplätze der Wildbienen sind sehr unterschiedlich. Deshalb sieht man Wildbienen auch seltener. Erst wenn tausende von Wildbienen aus einer großen Kolonie schlüpfen, bemerkt man diese, wie z.B. die Sandbienen, die Anfang April schlüpfen. Die Flugleistung von Wildbienen beträgt wenige 100m bis 2 km bei größeren Arten. So muss die Nahrung vieler Wildbienenarten auch brutnestnah zu finden sein. Jede größere Flächenversiegelung und damit die Vernichtung der Flora führt auch zur Vernichtung der dort heimischen Wildbienenart. An der Wildbienenwand kann man die Gelege der Röhrennistenden Wildbienen beobachten. Viele Wildbienenarten brauchen sehr viel Blütenstaub und nur wenig Nektar. Wildbienen produzieren keinen Honig. Die Auen-Schenkelbiene braucht neben dem Blütenstaub sogar nur Pflanzenöl, also spezielle Pflanzen ohne Nektar aber mit Pflanzenöl. Das sind z.B. der Gewöhnliche Gilbweiderich. Dessen Öl wird zum Auskleiden der Brutröhre und auch zur Nahrung gebraucht. Wildbienen sind auch sehr vielfältig, was den Bau ihrer Brutröhre betrifft. Die Wollbienen benutzen zum Beispiel Pflanzenwolle zum Auskleiden ihrer Brutröhren. Die Blattschneiderbienen schneiden aus Blättern kleine Teile heraus, um damit die Röhre auszukleiden. Die Seidenbienen kleidet ihre Brutröhre mittels zweier Drüsen seidig aus. Die Holzbiene benötigt zur Anlage ihrer Brutröhren morsches Holz, das an sonniger Stelle steht. Wespen und Hornissen kann man beobachten, wie sie von Brettern, Balken oder Baumstämmen feine Holzfasern abnagen, um damit ihre papierartige Nestverkleidung zu bauen.

    Erleben